Dresden Prohlis von oben
Dresden Prohlis von oben / Bild: Palitzsch250 CC BY-SA 3.0

Prohlis damals und heute

Am 1. Juni 2021 feiert Prohlis die 100-jĂ€hrige Eingemeindung in die Stadt Dresden. Im Laufe der Zeit hat sich Prohlis von einem 435-Seelen-Dorf hin zum Stadtteil mit 14.440 Einwohnern entwickelt, in mehreren grĂ¶ĂŸeren Stadteilausbauten wuchs der Stadtteil kontinuierlich. In den 1920er und 1950er Jahren bot Prohlis FlĂ€chen, die dringend fĂŒr Wohnraum benötigt wurden. Maßgeblich geprĂ€gt wurde Prohlis jedoch von dem Megabauprojekt von 1976 bis 1985, welches dem Stadtteil sein Gesicht gegeben hat und ihn bis heute prĂ€gt. In den 1970er und 1980er Jahre war Prohlis ein sehr begehrtes Viertel, da die Wohnungen FernwĂ€rme und warmes Wasser anliegen hatten – damals Luxus pur. Die 1990er Jahre brachten mehr Licht und GrĂŒn in den Stadtteil, da einige GebĂ€ude abgerissen wurden. (Video und Beschreibung von Harald Gilke)

Prohlis Nord

Prohlis ist ein Stadtteil, der sich im Zentrum aller zum Ortsamt gehörenden Stadtteile befindet. Nach der Reformation hatte Prohlis eine GrundflĂ€che von 11 Hufen, was etwa 200 Hektar entspricht. Die Bauern von Prohlis waren dem Maternihospital und dem BrĂŒckenamt in Dresden sowie dem Leubnitzer Amt zinspflichtig. Bis 1975 war Prohlis der einzige Stadtteil, in dem der alte Dorfkern, ein sorbischer Rundling, sowie das 1888 erbaute Schloss vollstĂ€ndig erhalten waren.

Zwischen 1975 und 1985 wurde der neue Stadtteil Prohlis errichtet, was mit dem Abriss der GebÀude einherging. Das Schloss fiel 1985 als letztes GebÀude. Der Neorenaissancebau wurde von Johann Christian von Kapherr in Auftrag gegeben, wÀhrend seine beiden Architekten Kirsten und Kreyzig die Dresdner Semperschule reprÀsentierten. Den Schlosspark gestaltete der königliche Obergartendirektor J. C. Friedrich Bouché (1850-1933).

Das Heimat- und Palitzsch-Museum, das 1988 gegrĂŒndet wurde, beherbergt PlĂ€ne des Architekten Wolfgang HĂ€nsch. Mit UnterstĂŒtzung der Bevölkerung versuchte er, das Dorf und das Schloss in das neue Prohlis zu integrieren.

Prohlis hat drei bemerkenswerte Persönlichkeiten hervorgebracht, obwohl es kaum mehr als 200 Einwohner hatte. Niclas von Prolus war ab 1418 Domherr in Meißen, Andreas Proles (1429-1503) war Magister und Ordensoberer der Augustiner in Deutschland und zĂ€hlte zu den Reformatoren vor Luther. Der Bauer Johann Georg Palitzsch (1723-1788) wurde als erfolgreicher Astronom des 18. Jahrhunderts in Sachsen bekannt, nachdem er 1758 die Wiederentdeckung des Kometen Halley und weitere astronomische Beobachtungen durchfĂŒhrte. Im Jahr 1877 wurde auf dem Dorfplatz das Palitzsch-Denkmal von der Gemeinde errichtet.

Prohlis SĂŒd

Prohlis-Nord und Prohlis-SĂŒd sind Stadtteile, die vollstĂ€ndig zum seit 1976 errichteten Plattenbaugebiet Prohlis gehören. Mit Ausnahme der Siedlung an der Tornaer Straße werden auch der sĂŒdliche Teil von Reick und die »SternhĂ€user« auf Niedersedlitzer Flur, einschließlich der Bebauung an der Maxie-Wander-Straße, dem Plattenbaugebiet Prohlis zugerechnet.

In Prohlis wurden allein Wohnungen fĂŒr ĂŒber 20.000 Einwohner gebaut, und das gesamte Neubaugebiet bot 1989 Wohnraum fĂŒr etwa 30.000 Einwohner. In den letzten Jahren ist jedoch die Einwohnerzahl um etwa ein Drittel gesunken. Aus diesem Grund wurde Prohlis in das Förderprogramm “Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die Soziale Stadt” aufgenommen .

Stadtteile Dresden mit Prohlis
Stadtteile Dresden mit Prohlis / Quelle: Wikipedia

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